Newsletter · Ausgabe Juli 2026

Auf dem Platz entscheiden die Spieler. Bei deiner Vorsorge entscheidest du.

von Marc Raschle · 6 Min. Lesezeit

Was für ein Sommer. Die Schweizer Nati steht zum ersten Mal in der Fussball-Neuzeit im Viertelfinal einer WM.

4:3 im Penaltyschiessen gegen Kolumbien, nach 120 zähen Minuten ohne Tor. Gregor Kobel pariert, Ruben Vargas verwandelt eiskalt. Und plötzlich wartet im Viertelfinal Weltmeister Argentinien.

Erst zum vierten Mal überhaupt steht die Schweiz unter den letzten Acht. 1934, 1938, 1954 – und jetzt 2026. Geschichte geschrieben.

Was uns daran auffällt: im entscheidenden Moment lag es an den Spielern selbst. Nicht am Schiedsrichter, nicht am Losglück. Sie hatten es in den eigenen Füssen.

Bei deiner Altersvorsorge ist es genau gleich. Am Ende entscheidest du, wie gut du dastehst. Und dieses Jahr sogar doppelt – mit deiner Planung und mit deiner Stimme.

Die Sozialwerke stehen unter Druck. Die Zahlen sind deutlich.

Zwei Meldungen aus den letzten Wochen, die jeden angehen, der auf AHV und IV zählt.

IV
Die IV rutscht tief ins Minus

Letztes Jahr gab die Invalidenversicherung 209 Millionen Franken mehr aus, als sie einnahm. Für 2026 rechnet der Bund mit einem Minus von 300 Millionen. Und bis 2030 könnte das Defizit auf rund 800 Millionen Franken pro Jahr anwachsen. Der Bund selbst spricht von einer «kritischen finanziellen Lage» – rechnerisch wäre das IV-Vermögen 2031 aufgebraucht. Haupttreiber sind die vielen neuen Renten, besonders wegen psychischer Erkrankungen, und zwar quer durch alle Altersgruppen.

AHV
Die AHV spürt die 13. Rente

Sie wird 2026 zum ersten Mal ausbezahlt. Kosten: rund 4 Milliarden Franken pro Jahr – bisher nicht gegenfinanziert. Das Umlagedefizit der AHV dürfte von rund 1,3 Milliarden (2026) auf rund 4,9 Milliarden Franken (2035) steigen.

Die Botschaft ist unbequem, aber ehrlich. Die erste Säule bleibt das Fundament, aber sie allein wird deinen gewohnten Lebensstandard im Alter nicht tragen. Was du selbst aufbaust, zählt mehr denn je.

Was das für dich heisst – in Franken

Lass es uns an einer Grössenordnung durchrechnen. Keine Beratung, aber ein Weckruf.

Nimm jemanden mit einem gewohnten Einkommen von CHF 120'000. Die maximale AHV-Rente für eine Einzelperson liegt bei rund CHF 30'000 im Jahr – inklusive der neuen 13. Rente. Und das ist die Obergrenze, egal ob du 120'000 oder 200'000 verdient hast. Zusammen mit der Pensionskasse landen die meisten bei etwa 60 % des letzten Lohns.

Bei CHF 120'000 heisst das rund CHF 72'000 im Alter und eine Lücke von gegen CHF 48'000. Jedes Jahr. Über eine Pensionsdauer von 20 bis 25 Jahren summiert sich das schnell auf über eine Million Franken.

Diese Lücke schliesst nicht die AHV, die steht, wie die Zahlen oben zeigen, selbst unter Druck. Sie schliesst nur, was du rechtzeitig selbst aufbaust: dritte Säule, PK-Einkäufe, dein Vermögen. Und jeder dieser Hebel braucht Vorlauf – Jahre, nicht Wochen.

Das Gute daran

Genau hier lässt sich am meisten herausholen. Wer die Lücke früh kennt, kann sie planen. Wer sie ignoriert, spürt sie später doppelt.

Der erste Schritt kostet dich fünf Minuten: dein AHV-Kontoauszug

Bevor du über die grosse Lücke nachdenkst, lohnt der Blick auf eine kleinere, die viele gar nicht kennen: Beitragslücken in der AHV. Ein einziges fehlendes Beitragsjahr kürzt deine AHV-Rente lebenslang – oft um mehrere hundert Franken pro Jahr. Der Auszug aus deinem individuellen Konto (IK) zeigt dir schwarz auf weiss, ob alle Jahre lückenlos erfasst sind. Wir haben dir das Bestellen so einfach wie möglich gemacht.

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Am 29. November bestimmst du mit

Genau hier kommt deine Stimme ins Spiel. Am 29. November 2026 kommen zwei Vorlagen an die Urne, die direkt mit deinem Portemonnaie und deiner Vorsorge zu tun haben. Wir erklären neutral, worum es geht – entscheiden musst du.

1
Zusatzfinanzierung der AHV über die Mehrwertsteuer

Das Parlament hat am 19. Juni beschlossen, die Mehrwertsteuer ab 2028 um 0,4 Prozentpunkte zu erhöhen (Normalsatz von 8,1 auf 8,5 %), um die AHV zu stützen. Das brächte rund 1,5 Milliarden Franken pro Jahr. Die einen sehen darin einen notwendigen Beitrag zur Sicherung der Renten, die anderen eine Mehrbelastung für alle Haushalte im Alltag. Du hast das letzte Wort.

2
«Ja zu fairen Bundessteuern auch für Ehepaare» (Initiative der Mitte)

Kurz gesagt: Ehepaare sollen bei der Bundessteuer nie mehr zahlen als ein unverheiratetes Paar. Der Bundesrat lehnt die Initiative ab, weil das Volk am 8. März bereits die Individualbesteuerung angenommen hat. Für dich relevant, wenn du verheiratet bist – deine Stimme, deine Sache.

Unser Punkt ist nicht, wie du stimmst. Sondern, dass du es tust. Wer nicht abstimmt, überlässt die Entscheidung anderen und trägt die Folgen trotzdem mit.

Praxis-Tipp

Bei der Rente gilt dasselbe wie im Penaltyschiessen. Wegschauen ist keine Option. Wer mitgestaltet, mit seiner Stimme und mit seiner Planung, hat es in der Hand. Wer wartet, lässt andere entscheiden.

Quick Facts – die WM 2026 und deine Vorsorge

  • Erstmals in der Neuzeit steht die Schweiz im WM-Viertelfinal. So ein Erfolg ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger Aufbauarbeit. Deine Altersvorsorge funktioniert genauso, das Resultat entsteht in den Jahren davor.
  • Im Viertelfinal wartet Weltmeister Argentinien, der grösste denkbare Brocken. Auch AHV und IV stehen vor ihren grössten Gegnern seit Jahren: Demografie und steigende Rentenzahlen. Aufgeben gilt nicht, aber es braucht einen Matchplan.
  • Gegen Kolumbien fiel die Entscheidung erst im Penaltyschiessen – auf den letzten Metern. Bei deiner Vorsorge willst du genau das vermeiden, dass alles vom Schlussmoment abhängt. Wer früh plant, muss am Stichtag nicht zittern.

Checkliste – Bist du im Spiel oder auf der Ersatzbank?

  • Weiss ich, wie hoch meine AHV- und PK-Rente voraussichtlich ausfällt?
  • Kenne ich meine Rentenlücke in konkreten Franken?
  • Habe ich meinen IK-Auszug geprüft und weiss ich, ob meine AHV-Beitragsjahre lückenlos sind?
  • Habe ich einen Plan, wie ich die dritte Säule und PK-Einkäufe nutze, statt mich nur auf AHV und IV zu verlassen?
  • Bin ich am 29. November an der Urne oder überlasse ich die Entscheidung anderen?

Wer hier mehr als zweimal zögert, hat Potenzial, das gerade ungenutzt liegt.

Weisst du nicht, wo du stehst?

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Zum Schluss noch eine Frage an dich

Die Nati trifft im Viertelfinal auf Weltmeister Argentinien. Trauen wir unserer Schweiz die Sensation zu? Antworte mir kurz mit deinem Tipp – schaffen wir den Coup oder ist hier Endstation? Ich bin gespannt, wie zuversichtlich ihr seid.

Und jetzt drücken wir der Nati die Daumen. Für einmal darf die Schweiz vom ganz grossen Wurf träumen. Hopp Schwiiz.